Der Begriff Homosexualität ist noch garnicht so alt. 1869 verwendete der ungarische Schriftsteller Karl Maria Kertbeny ihn als erstes. Natürlich gab es aber schon davor Homosexualität. Im antiken Griechenland gehörten Männer, die mit Männern schliefen, zum normalen Alltag. Einen Unterschied zwischen heterosexuellen und homosexuellen Veranlagungen kannte man nicht. Zum Tabuthema wurde Homosexualität erst später, als Beziehungen zwischen Männern im alten Testament für gotteslästerlich erklärt wurden. So endeten ab dem Mittelalter Homosexuelle auf dem Scheiterhaufen. Die Peinigung hört mit der Neuzeit nicht auf: Ab dem 19. Jahrhundert landete man im Gefängnis. Ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts verschärft sich die Lage vor allem im dritten Reich. Selbst kleinste Handlungen zwischen Männern wie ein langer Augenkontakt konnten im schlimmsten Fall zum Tod. Homosexualität wurde auch zum Tabuthema, weil sie schon immer als unnatürlich galt. Die heteronome Gesellschaft hatte schon immer Angst vor Leuten, die nicht der Norm entsprachen und heterosexuelle Männer fühlen sich bis heute oft durch die femininer auftretenden Männer in ihrer Männlichkeit bedroht.
Wie wurde Homosexualität zum Tabuthema?