Woher weiß ich, dass ich homosexuell bin?

Während der Pubertät wird die Frage der Anziehung zu anderen Menschen für viele von uns immer präsenter. Vielleicht verwirren dich deine eigenen Gefühle oder Gedanken. Vielleicht stellst du dir viele Fragen. Warum fühle ich mich zu Jungs/Mädchen hingezogen? Stimmt etwas nicht mit mir? Vielleicht hegst du sogar die Vermutung, dass du homosexuell sein könntest. Mach dir wegen alledem keine Sorgen! Klarheit um die Frage von Sexualität braucht Zeit. Vielleicht möchtest du dich auch überhaupt nicht labeln. Wenn du jedoch einen Ansatz zum Ordnen deiner Gedanken brauchst, könntest du dir folgende Fragen stellen:

– Fühlt es sich gut an, wenn ich an andere Mädchen/Jungs denke?

– Bin ich jemals in einen anderen Jungen/Mädchen verliebt gewesen?

– Geht es in meinen sexuellen Fantasien und Träumen um Jungen oder um Mädchen?

– Wünsche ich mir manchmal, dass eine Freundschaft mit einem anderen Jungen/Mädchen romantischer oder körperlicher wäre?

Wenn du jetzt noch keine Antworten auf diese Fragen finden kannst, ist das überhaupt kein Problem. Gib dem ganzen Zeit, setz dich selbst nicht unter Druck. Aber behalte vor allem im Kopf: es ist nichts falsch oder komisch daran homosexuell zu sein, ganz im Gegenteil! Es ist ein komplett normaler und noch dazu wunderbarer Teil deiner Identität!

Konversationstherapie

Warum gibt es überhaupt Konversionstherapien?

Konversionstherapien sind umstrittene Psychotherapien, die die sexuelle Orientierung von Homosexuellen zu Heterosexuellen umpolen sollen. Das wird durch mehrere Wege begründet. Zum einem wird Homosexualität als eine Krankheit angesehen, die geheilt werden muss. Außerdem gehen die “Therapeuten“ davon aus das die sexuelle Orientierung eine Wahl ist, was natürlich nicht der Fall ist. Oft wird auch als Begründung genommen das Homosexualität nur wegen eine Kindheitstrauma entsteht. Das ist allerdings auch schon wissenschaftlich widerlegt. Diese angeblichen Therapeuten sind meistens allerdings nur christlich geprägte Seelen Sorger. Richtige Therapeuten sind sich sicher das Homosexualität keine Krankheit ist und erst recht keine Wahl. Denn wenn man zum Beispiel Heterosexuelle fragen würdewann sie sich entschieden haben heterosexuell zu sein wüssten sie auch keine Antwort. Außerdem können diese Therapien enorme Schäden anrichten wie zum z.B.: Suizidversuche, Suizid, Depression, selbstverletzendes Verhalten usw..

Wo gibt es überhaupt Konversionstherapien?

Konversionstherapien gibt es vorallem in den USA aber auch in Europa. In Deutschland gibt es allerdings ein Verbot gegen Konversionstherapien an Minderjährigen. An Volljährigen ist es nur erlaubt wenn vorher über die Folgen und Schäden gesprochen wird.

Wie wurde Homosexualität zum Tabuthema?

Der Begriff Homosexualität ist noch garnicht so alt. 1869 verwendete der ungarische Schriftsteller Karl Maria Kertbeny ihn als erstes. Natürlich gab es aber schon davor Homosexualität. Im antiken Griechenland gehörten Männer, die mit Männern schliefen, zum normalen Alltag. Einen Unterschied zwischen heterosexuellen und homosexuellen Veranlagungen kannte man nicht. Zum Tabuthema wurde Homosexualität erst später, als Beziehungen zwischen Männern im alten Testament für gotteslästerlich erklärt wurden. So endeten ab dem Mittelalter Homosexuelle auf dem Scheiterhaufen. Die Peinigung hört mit der Neuzeit nicht auf: Ab dem 19. Jahrhundert landete man im Gefängnis. Ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts verschärft sich die Lage vor allem im dritten Reich. Selbst kleinste Handlungen zwischen Männern wie ein langer Augenkontakt konnten im schlimmsten Fall zum Tod. Homosexualität wurde auch zum Tabuthema, weil sie schon immer als unnatürlich galt. Die heteronome Gesellschaft hatte schon immer Angst vor Leuten, die nicht der Norm entsprachen und heterosexuelle Männer fühlen sich bis heute oft durch die femininer auftretenden Männer in ihrer Männlichkeit bedroht.

Warum sind ältere Generationen weniger akzeptierend?

Früher wurde die Gesellschaft dazu erzogen, ein bestimmtes Bild von einem Mann zu vertreten. Er sollte stark, abgehärtet und heterosexuell sein, um mit seiner Frau viele Kinder zu bekommen. Homosexualität wurde früher als heilbare Krankheit eingestuft, homosexuelle Männer wurden als zu feminin und schwach abgestempelt und der Glaube daran, dass Homosexualität etwas unvertretbares und falsches sei bleibt bei manchen Menschen bis heute bestehe.

Wird Homosexualität bestraft?

In 69 Staaten der Welt wird gleichgeschlechtliche Sexualität strafrechtlich verfolgt. Staatliche Behörden unterdrücken Homosexuelle und das Klima des Hasses wird oft von religiösen und politischen Anführern geschürt. In diesen Ländern gibt es keinen Schutz für diese Menschen und sie werden häufig an den Rand der Gesellschaft und damit in schlimme Armut gedrängt. Mit Brunei, Jemen, Mauretanien, Nigeria und Saudi-Arabien sehen sechs Länder für homosexuelle Handlungen die Todesstrafe vor. In fünf weiteren (Afghanistan, Pakistan, Katar, Somalia und die Vereinigten Arabischen Emiraten) könnte die Todesstrafe unter bestimmten Bedingungen gegen Homosexuelle ausgesprochen werden. In Deutschland und vielen anderen Ländern ist Homosexualität genauso wie Heterosexualität legal und wird auf keinen Fall bestraft.

ILGA World hat im Dezember 2020 die neue Weltkarte: Sexual Orientation Laws in the World. From criminalisation of consensual same-sex sexual acts between adults to protection against discrimination based on sexual orientation veröffentlicht.

Warum ist die Kirche gegen Homosexuelle?

Teile der christlichen Kirche sind gegen Homosexualität (vor allem die römische Kirche). Allerding ist vieles Auslegungssache. Jeder deutet es anders. Oft wird in der Bibel Homosexualität mit der menschlichen Vergewaltigung und Pädophilie gleichgesetzt. Das entspricht nicht mehr heutigen Realität, weshalb es jeder anders sieht. Allerding argumentieren viele Ethiker für Homosexualität in der Kirche, indem sie mit dem Gleichstellungsgesetzt argumentieren. Das besagt das Gott die Menschen alle aus demselben Material geschaffen hat: Lehm.

Warum mischt man sich in solche Themen ein ?

Man sollte sich schon aus reiner Höflichkeit nicht in die Sexualität von anderen einmischen, denn es geht niemanden außer die Person selbst etwas an. Fragen oder Aussagen wie: „Seit wann bist du Homosexuell?“ , „Das ist doch nur eine Phase.“ oder jegliche andere abwertende Kommentare würde man genauso wenig einer heterosexuellen Person stellen oder sagen. Man selbst möchte doch auch gewertschätzt, toleriert und respektiert werden. Deshalb sollte man egal welcher Person das nötige Mindestmaß an Respekt entgegenbringen.

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